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Auf einen Blick: Die Sehenswürdigkeiten der West Bank

Um Ihnen die Planung Ihres Besichtigungsprogramms ein wenig zu erleichtern, haben wir eine Liste der öffentlich zugänglichen Sehenswürdigkeiten der West Bank zusammengestellt. Die jeweiligen Standorte können Sie der Karte des "Theban Mapping Projects" ganz unten entnehmen. Noch eine kleine Anmerkung: Der in einigen unserer Berichte genannte Direktor der Antikenverwaltung für Theben West, Mohamed El Bialy, ist mittlerweile von Ali Ebrahim El Assfer abgelöst worden.

 

Totentempel

Zu einer der wichtigsten Aufgaben der Herrscher des neuen Reiches gehörte es, auf dem Westufer neben ihren Grab-Anlagen einen Totentempel zu Ehren der Götter errichten zu lassen. In diesen prachtvollen Stein-Monumenten ließen sie natürlich auch ihre eigene Person verherrlichen, beispielsweise durch die immer wiederkehrenden Darstellungen von siegreichen Schlachten und der Niederwerfung der Feinde. Einst zog sich an der Grenze zwischen Fruchtland und Wüste eine ganze Kette hin, heute sind nur noch die unten aufgeführten erhalten bzw. rekonstruiert, aber alle strahlen ihren ganz eigenen Geist aus. Eintritt jeweils 12 LE, die Tickets bekommen Sie am Ticket Office, für den Hatschepsut-Tempel direkt am Tempel-Eingang.

Totentempel von Setoy I.
Ramesseum, Totentempel von Ramses II.
Deir El Bahari, die Totentempel von Königin Hatschepsut und Mentuhotep
Totentempel von Merenptah
Medinet Habu, Totentempel von Ramses III.

Zur Zeit ist ein internationales Team dabei, den Tempel von Amenhotep III., der sich auf dem Areal westlich der sogenannten Memnon-Kolosse hinzieht, auszugraben, hat bereits beachtliche Funde ans Tageslicht gebracht. Mit etwas Glück können Sie die Wissenschaftler während eines Stopps an den Kolossen (kein Eintritt), die einst das Eingansportal zum Tempel bewachten, bei der Arbeit beobachten. Das Betreten des Grabungs-Areals und das Fotografieren ist allerdings strengstens untersagt. Aber auch an den anderen Tempeln wird kontinuierlich weitergearbeitet und geforscht. Wundern Sie sich also nicht, wenn Teilbereiche zeitweise nicht betreten werden dürfen oder Gerüste die Sicht beeinträchtigen.

 

Gräber

Tal der Könige (Biban El Moluk)

Von den 65 gefundenen Gräbern der Könige, Königinnen und Prinzen der 18., 19. und 20. Dynastie im Ost- und West-Tal sind jeweils nur einige zur Besichtigung freigegeben, deshalb geben wir Ihnen hier eine komplette Aufstellung der Gräber in numerischer Reihenfolge (KV steht als Abkürzung für Kings Valley). Bei einigen steht bis heute noch nicht mit Sicherheit fest, wer dort einst bestattet wurde, diese fehlen in der Liste. Leider ist es nicht möglich, von der Antikenverwaltung laufend aktuelle Informationen über Öffnungen und Schließungen zu erhalten. Sie müssen sich daher anhand der Tafel neben dem Karten-Häuschen im Tal orientieren, auf der - wie uns versichert wurde - die jeweils geöffneten Gräber gekennzeichnet sind. Mit einer Eintrittskarte für 30 LE können Sie drei Gräber Ihrer Wahl außer dem des Tut-ench-Amun (40 LE extra) besuchen. Das Grab des Eje im West-Tal (12 LE) ist davon ausgenommen, lohnt aber einen Beesch, da man fast immer allein ist. Wer sich eingehend über die Königsgräber informieren möchte, sollte unbedingt die phantastische Website des Theban Mapping Projects besuchen, die eine Fülle an Text- und Foto-Material bietet. Übrigens: Eintrittskarten gibt es jetzt nur noch am Eingang des Tals!

Ost-Tal
KV 1 Ramses II.
KV 2 Ramses IV.
KV 3 Sohn Ramses III.
KV 4 Ramses XI.
KV 5 Söhne Ramses II.
KV 6 Ramses IX
KV 7 Ramses II.
KV 8 Merenptah
KV 9 Ramses V. und Ramses VI.
KV 10 Amenmesse
KV 11 Ramses III.
KV 13 Baja
KV 14 Tausret und Sethnacht
KV 15 Setoy II
KV 16 Ramses I.
KV 17 Setoy I.
KV 18 Ramses X.
KV 19 Mentuhirkhopshef
KV 20 Thutmosis I. und Hatschepsut
KV 32 Tia'a
KV 34 Thutmosis III.
KV 35 Amenhotep II.
KV 36 Maherpa
KV 38 Thutmosis I.
KV 43 Thutmosis IV.
KV 44 Tentkaru
KV 45 Userhat
KV 46 Juja und Tuja
KV 47 Siptah
KV 48 Amenemope
KV 55 Teje
KV 57 Haremhab
KV 62 Tut-ench-Amun (Achtung: Extra-Eintritt LE 40)

West-Tal
KV 22 Amenhotep III.
KV 23 Eje

 

Tal der Königinnen (Biban El Harim)

Im Tal der Königinnen, früher "Set Neferu" (Sitz der Schönheit) genannt, wurden nicht nur die Königinnen, sondern auch Prinzen und Prinzessinnen sowie Mitglieder der königlichen Familien und hohe Würdenträger bestattet. Nur etwa der Hälfte der 98 bekannten Gräber sind die Besitzer zuzuordnen, etwa ein Drittel sind unvollendet. Einige davon sind im Wechsel zu besichtigen. Die Eintrittskarten (12 LE für jeweils drei Gräber, vor Ort erfragen, welche geöffnet sind) gibt es jetzt nur noch direkt im Tal. Leider wurde Anfang Januar 2003 das wohl schönste Grab von Theben West, QV 66 von Ramses II.-Gemahlin Königin Nefertari, für die öffentlichkeit geschlossen. Offiziell für ein Jahr, aber ob es jemals wieder geöffnet werden wird, bezweifeln nicht nur wir. Trotzdem lohnt ein Besuch des Tals, die Besichtigung beispielsweise der Königinnen-, Prinzen- und Prinzessinnen-Gräber (die Abkürzung QV steht für Queens Valley) von

QV 42 Pa-Ra-her-Wenemef, Sohn von Ramses III.
QV 43 Seth-her-Chepeschef, Sohn von Ramses III.
QV 44 Chaemwasef, Sohn von Ramses III.
QV 51 Königin Isis II., Große Königliche Gemahlin von Ramses III.
QV 52 Königin Titi, Gemahlin von Ramses III.
QV 55 Amun-her-Chepeschef, Sohn von Ramses III.
QV 60 Nebet-Taui, Tochter von Ramses II.
QV 68 Merit-Amun, Tochter von Ramses II.
QV 71 Bint-Anat, Tochter von Ramses II.
QV 75 Königin H
enut-mi-Ra, Schwester und Gemahlin von Ramses II.
QV 80 Königin Mut-Tuya, Mutter von Ramses II., Große Königliche Gemahlin von Setoy I.

Noblen-Gräber

Hohe Beamte und Würdenträger ließen sich am Fuß der Thebanischen Bergkette ihre letzten Ruhestätten anlegen. Diese Gräberfelder liegen zwischen Qurnet El Marai im Süden und Dra Abu Naga im Norden. Die Eintrittskarten (12 LE für jeweils zwei Gräber) müssen Sie vorab am Ticket Office kaufen, dort bekommen Sie auch die Information, welche Grabstätten zur Zeit gerade geöffnet sind. Viele private Fotos aus den Noblen-Gräbern finden Sie auf dieser belgischen Homepage.

Die sehenswertesten Gräber sind

in Sheikh Abdel Qurn: Nacht, Astronom unter Thutmosis IV., Ramose, Wesir unter Amenhotep III. und Echnaton, Menena, Schreiber und Landvermesser unter Thutmosis IV., Amenemhet, Heerführer unter Thutmosis III., sowie Sennefer, Bürgermeister von Theben unter Amenhotep II.;

in Dra Abu Naga: Roy, Schreiber und Kämmerer unter Haremhab, und Shu-Roy, Chef der Räucherpfannen-Träger des Amun in der 19. Dynastie;

im Gebiet El Kokha: Nefer-Sekuru, hoher Würdenträger aus der 19. Dynastie.

 

Sehenswert

Deir El Medina, das Dorf der Arbeiter und Künstler, die während der 18. und 19. Dynastie die Königsräber in die Berge schlugen und dekorierten. Die Ruinen der Wohnhäuser lassen noch heute die Dorf-Struktur erkennen. Und die kleinen, aber feinen Grabstätten von Peschedu, Sennodjem, Inerkha und Ipui zeigen neben religiösen Szenen zauberhafte Darstellungen des täglichen Lebens in dieser kleinen, abgeschiedenen Gemeinschaft. Nach einem Bummel durch das Dorf erreicht man am nördlichen Ende einen sehr schönen kleinen Tempel aus ptolemäischer Zeit, dessen Dach mit tollem Blick zu besteigen ist, und noch ein kleines Stückchen weiter den einstigen Brunnen. Eintrittskarten im nahegelgenen Ticket Office 12 LE.

Wer gut zu Fuß ist, sollte von Deir El Medina aus unbedingt eine kleine Bergwanderung unternehmen, quasi den Spuren der Arbeiter folgen. Über viele, viele neue Treppenstufen erreicht man die alten Bergpfade, die ins Tal der Königinnen, zum Totentempel von Königin Hatschepsut und ins Tal der Könige führen. Die Mühen werden mit sensationellen Ausblicken bei guter Sicht bis zu den Bergen der Östlichen Wüste hinter der Stadt Luxor belohnt. (Text Antje Sliwka)

 

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