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Luxor-Marathon:
Jubiläum Der 10. Ägypten-Marathon, bekannter als der Luxor-Marathon, sportlich war er ein Erfolg. Über 1.800 Teilnehmer aus 29 Nationen, der Streckenrekord für Frauen durch die Japanerin Oana Chiemi (2:57,41 Std.) und die respektable Zeit von Männer-Sieger Alama Ahmed El Akran aus Jordanien (2:28,24 Std.) zeigen, dass der Lauf international an Anerkennung gewonnen hat. Aber das Jubiläum könnte gleichzeitig einen Neuanfang für die West Bank bringen. Mit einer anderen Sportart: Den Inline-Skatern. Noch
Tage nach dem Ereignis rollten deutsche Skater über die Straßen
der West Bank, vorbei am Ramesseum, dem Merenptah-Tempel, den Gräbern
von Dra Abu Naga. Mit ihren Helmen, dem windschlüprfigen Outfit und
vor allem den "Rollschuhen" (so hießen die Vorgänger
der "roller blades" oder "inline skates" früher
einmal) erregten sie immer noch Aufsehen. Denn für ein Traininsglager von Leistungssportlern müssen Strecken abgesperrt werden, muss für einen – natürlich unerwünschten – Notfall medizinische Hilfe verfügbar sein. Probleme, die mit den ägyptischen Behörden gelöst werden müssen. Aber wenn's klappen sollte, könnten die Skater Vorreiter sein. Denn auch für andere Ausdauer-Athleten bietet sich die West Bank als Trainings-Quartier an. Wo findet man sonst schon tagsüber ständig angenehme Temperaturen, ein regenfreies Klima, trockene Luft und viel Abwechselung zum Relaxen. Radrennfahrer, Langstreckenläufer, Geher, Ruderer im Trocken-Training könnten hier Kondition für die nächste Saison tanken. Aber noch ist alles graue Theorie, auch wenn die Idee vielversprechend klingt. "Die Strecke ist eine echte Herausforderung"
Sportlich war Detmer nicht so glücklich. Eigentlich hatte sich der 56jährige eine Zeit von 1:40 Std. für die 42,195 km zum Ziel gesetzt. Als Schnellstarter führte er das Feld auf den ersten vier Kilometern auch an. "Da muss man austesten, was man drauf hat, was die anderen können“, beschrieb er die Situation. Dann ließ er jüngere Skater vor, hängte sich in eine Gruppe, in der er leicht mitrollen konnte. Aber nach 20 Kilometern erwischte ihn die "Krampf-Hexe". Ein schmerzhafter Muskelkrampf im Oberschenkel warf ihn zurück. "Dann kam keine Gruppe mehr, nur Einzelkämpfer. Also musste auch ich allein für mich kämpfen", erzählte er erschöpft. Und
da bekam er die Unbillen der West Bank zu spüren. Eine schwierige,
hügelige Strecke. Und vor allem: "Der Wind kommt immer von vorn.
Egal, wo Du läufst", sagte er verblüfft. Am Ende kam Detmer
nach 1:59,06 Std. ins Ziel. "Eine schwache Zeit", stöhnte
er. "Aber ich hatte auch kein richtiges Training, startete Klar, Hanspeter Detmer gehörte zu den "alten Herren" beim Rennen der Skater. Das gewannen jüngere. Siegerin der Damen-Wertung war die Berlinerin Stephanie Pipke, bei den Männern gewann Reiner Arnold aus Groß Gerau bei Frankfurt/Main (beide 1:43,52 Std. – Foto links). Insgesamt waren 50 Skater aus Deutschland zum dem Rennen angereist. Und einige schlossen eben einen Urlaub an... Natürlich sah Detmer als erfahrener Skater auch die Schwachpunkte des Rennens. "Das ist noch keine Sache für Spitzen-Läufer. Dazu fehlt es bei der Streckenabsperrung noch an Disziplin", wies er auf Gefahrenpunkte hin. Da sind nicht nur die unterschiedlichen Straßenbeläge, teilweise versehen mit sturzgefährlichen Löchern, sondern auch die spielenden Kinder, die nicht ahnen, welche Geschwindigkeit Skater drauf haben. Und noch etwas nervte Detmer: "Touristenbusse haben mich behindert, sind einfach in meinen Laufweg hineingefahren. Die Polizei war überfordert, hilflos." Und weiter: "Es gibt zu wenig Streckenposten, sollte ein Unfall passieren, können Helfer nie schnell zur Stelle sein." Punkte, die leicht geändert werden können. Trotz der begründeten Kritik, trotz der Behinderung, trotz des Krampfes: Detmer hat das Rennen genossen. "Wer den Sport als Vehikel nutzt, um neue Welten zu erkunden, der ist hier absolut richtig. Die Atmosphäre ist anders, die Strecke mit ihrem welligen Profil eine echte Herausforderung. Hier wird niemand seine Bestzeit laufen. Aber solch ein Rennen und die Verbindung mit der jahrtausende-alten Kultur ist ein einmaliges Erlebnis. Übrigens auch für Familien", sagte er. Auch ein Grund, seine Idee in die Tat umzusetzen. "Wir brauchen mehr Helfer" Die
sind auch notwendig, wenn der Zuwachs an Teilnehmern weiter anhält.
"Nach den Deutschen kam diesmal die größte Gruppe an Ausländern
aus Japan", sagte Raima. Zeichen für die Akzeptanz des Laufes.
Stolz ist der Hotel-Chef, der gleich nach Die absoluten Weltklasse-Läufer fehlen natürlich in Luxor, deren Startgeld kann in Ägypten niemand aufbringen. So hat der Luxor-Marathon, der seit zehn Jahren von Gerd Engel aus Stendal organisiert wird ("Ich glaube jetzt mache ich Schluss"), immer noch den Charakter eines Volkslaufes mit Beteiligung der arabischen Elite. Raima: "Charakteristisch ist, dass wir viele ältere Läufer hier haben." Eben Menschen, die Sport mit Kultur verbinden. Das kann die Zukunft der Veranstaltung sein, auch für junge Teilnehmer – und auch der Ideen von Hanspeter Detmer. Marketing wichtig für Sponsoren Aber noch etwas muss verbessert werden. Das ist Öffentlichkeits-Arbeit oder neudeutsch auch Marketing genannt. Noch am Tag vor der Veranstaltung wussten auf der West Bank lebende Ausländer nichts von dem Großereignis. Ankündigungen? Fehlanzeige! Den ägyptischen Medien, abgesehen von lokalen Fernseh-Anstalten, war der Marathon keine Notiz wert. International findet eine Berichterstattung praktisch nur auf den Homepages von Teilnehmern statt. Nicht gerade das richtige Mittel, um Sponsoren zu gewinnen, die Veranstaltung sportlich aufzuwerten. Und sicherlich auch nicht unbedingt förderlich für Detmers Ideen. Hier muss dringend eine Verbesserung vorgenommen werden. Damit der Luxor-Marathon lebt, künftig mehr Sportler die Vorteile der West Bank entdecken. Und Detmer mehr Chancen für einen Neuanfang hat. Hoffentlich schon für das nächste Jahr, wenn am 6. Februar der Startschuss zum 11. Luxor Marathon fallen soll. (Text Wolfgang Sliwka , Fotos Antje Sliwka) Lesen Sie auch Teil II: "Da laufen sie doch - und keiner merkt etwas davon"
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