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Verborgene Rätsel Und das Wichtigste für die Zwei: Ihre Arbeit fordert - so wie es ihr Ziel war - Diskussionen unter den Passanten heraus, setzt spannende Assoziationen in Gang (Fotos oben ägyptische und französische Touristen-Gruppen). Da wird versucht, die in dem Bild verborgenen Rätsel zu entschlüsseln, in den Linien konkrete Figuren (Kamele, Geckos, Krokodile?) herauszulesen, Symbole zu entziffern (christliche, koptische, byzantinische Kreuze?) und die Künstlerinnen auf eine Aussage festzulegen. Aber da ernten sie nur ein verschmitztes Lächeln und die Aufforderung, eigene Assoziationen anzustellen. Denn jeder soll seine eigene Phantasie spielen lassen, das sehen, was die Imagination ihm eingibt.
Und auf die häufig gestellte Frage, weshalb das Bild denn eigentlich so klein ausfällt, gibt es eine einfache Antwort. Shayma: "Die Maße unseres Entwurfs waren viel größer konzipiert, aber wir hätten dann ungefähr vier Wochen Zeit dafür gebraucht." Und Carola konkretisiert: "Wir haben vor unserem Start Tests mit den Kreiden gemacht und herausgefunden, dass die Farben bereits nach einer Woche zu verblassen beginnen. Also mussten wir die Dimensionen soweit reduzieren, dass wir die Malerei in erheblich kürzerer Zeit beenden können. Jetzt können wir unsere Arbeit innerhalb von vier Tagen abschließen, damit das fertige Bild noch ein paar Tage überdauert." Begeisterung kommt natürlich von den Kindern, von denen Shayma und Carola von Anfang an umringt und genau beobachtet werden. Einige von ihnen (wie Shayma's kleine Freundin auf dem Foto unten rechts) werden das vollendete Kunstwerk bestimmt behüten wie einen Schatz, es mit den geschenkten Kreideresten "restaurieren", um es vielleicht ein wenig länger am Leben zu erhalten.
Die Künstlerinnen
Haben Sie auch die "Zwielicht-Zone" in Luxor verpasst? Enttäuscht von der Publikums-Resonnanz war im Gegensatz zu den beiden Straßenmalerinnen die Gruppe des KünstlerinnenForums Münsterland, die Anfang Februar ihre zweite Ausstellung in der "Faculty of Fine Arts" präsentierte. Unter dem Titel "Twilight Zone" zeigten die deutschen Damen in den Techniken Malerei, Graphik, Collage, Fototransfer, Holzschnitt und Assemblage gestaltete Stoff-Fahnen, die als "Bühne" für einen modernen Tanz dienten. Die in den Tanz einbezogenen Prozesse Geburt, Leben und Tod hoben die Verbindung zur altägyptischen Kultur und ihren Mythen hervor.
Mit 24 durchscheinenden
"Säulen" zum Thema zwischenmenschliche Beziehungen in ungewissen,
traumbeladenen bis hin zu angstbesetzten Szenarien schufen die acht Künstlerinnen
(Beate Ruberg, Liane Sommer, Waltraud Kleinsteinberg, Irmingard Stelter, Elisabeth
Fellermann, Gabriele Templin-Kirz, Gina Rohrsen und Ulrike Vetter) eine Zwielicht-Zone,
in der die Tänzerin und Choreographin Regina Biermann die dargestellten
Szenen in Bewegung umsetzte. Aber trotzdem: In zwei Jahren will das KünstlerinnenForum wieder mit einer Ausstellung in Luxor präsent sein, hoffentlich mit mehr Erfolg als in diesem Jahr. (Text und Fotos Antje Sliwka)
Per Pedes und Drahtesel waren die acht deutschen Künstlerinnen unterwegs, finden vor der Kunst-Akademie Luxors wieder zueinander (Foto: Peter Ernst, Studio Ernst, Rheinbach). |
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