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Das Alte Ägypten Zeittafel Zeitplan
der altägyptischen Geschichte Dass man heute in der Lage ist, die Geschichte des Landes zeitlich zu gliedern, verdanken wir dem Hohepriester Manetho, der im 3. Jhdt. v. Chr. eine chronologische Auflistung verfasste. Er teilte den Ablauf der Ereignisse in 30 Dynastien ein. Eine Dynastie begann mit jedem neuen Herrschergeschlecht. Bereits zu Zeiten der Alten Ägypter unterschied man zwischen drei Reichen: Das Alte, das Mittlere und das Neue Reich (AR, MR, NR),
dem sich die Spätzeit (Sp) anschließt. Zwischen diesen
unterschiedlichen kulturellen Hochzeiten liegen die sogenannten Zwischenzeiten.
Die erste nennt man Herakleopolitenzeit, während der das Reich infolge
innerer Wirren zusammenbrach. Die zweite Wirrephase oder auch ,Hyksoszeit'
genannt wird gekennzeichnet durch den Einfall von Fremdvölkern aus
dem Osten, in deren Gefolge Chaos und Anarchie über Ägypten
hereinbrachen. Ab der Spätzeit wird das Land durch wechselnde Fremdherrschaft
bestimmt. Der geschichtlichen Phase, die mit der Erfindung der Schrift
beginnt, geht die der vorgeschichtlichen voraus. Als neo-lithische Epoche
wird die Zeit von 5000-3000 v. Chr. bezeichnet, in der, infolge einer
eingetretenen Klimaveränderung, Nomaden im Niltal sesshaft wurden
und Gemeinschaften bildeten. Nach der Zeit primitiver Kulturanfänge
und einer Phase zahlreicher kleiner Fürstentümer wuchsen die
verschiedenen Zivilisationen zu zwei Königreichen zusammen. Zum Ende
der Vorgeschichte wird die Kultur des Niltals einheitlich. Als Gründer
des Einheitsstaates durch die Vereinigung beider Reiche und erster Träger
des ägyptischen Titels "König von Ober- und Unterägypten"
gilt Pharao Menes. 3. Neues Reich (1555-1080 v. Chr.) Keilschriften und Papyri belegen. Unter seinem Nachfolger Amenophis IV. - Echnaton findet ein Bruch in der Tradition und der Religion statt. Der Polytheismus
wird zu Gunsten des Monotheismus mit dem Sonnengott Aton an seiner Spitze
abgeschafft, Theben verliert den Status als Hauptstadt. Die neue Stadt
Echnatons, bei Tell el-Amarna in Mittelägypten gelegen, überdauert
gerade die Zeit seiner Regierung. Unter den Nachfolgern seien Tut-Anch-Amun
und Haremhab hervorgehoben. Letzterer vollendet die Phase der nach
Echnaton eingeleiteten Restauration. 4. Die Spätzeit
Errungenschaften einer frühen Hochkultur Zwischen dem 4. und 3. Jt. v. Chr. entstanden fast gleichzeitig an Euphrat und Tigris, im Indus-Tal und am Nil Hochkulturen. Ihre gemeinsamen Merkmale sind u.a.: eine dauernde institutionalisierte Herrschaft, Schriftlichkeit, staatliche Organisation, Ausbildung von Kunst und Wissenschaft, Identifizierung des Volkes als Nation, Verknüpfung von Staat und Religion. Diese Charakteristika erfahren jedoch in jeder der genannten Stromkulturen eine eigenständige, voneinander unabhängige Ausformung und Entwicklung. Gründe hierfür sind u.a. die unterschiedlichen geographischen Voraussetzungen. Ägypten ist durch Wüsten und Meere geschützt. Die Lage Mesopotamiens jedoch z.B. erlaubt ein Eindringen neuer Einflüsse und Einwanderer. Während sich im Zweistromland mehrere Kulturen, teilweise aufeinander folgend, teilweise gleichzeitig entwickeln, und sich das Land vor Eindringlingen und gegenseitiger Eroberung schützen muss, kann sich im sicheren Niltal ein Einheitsstaat entwickeln, der sich ab dem Alten Reich vor jeglichen Einflüssen und Infiltrationen von außen abkapselt. So erfährt Ägypten eine einzigartige hochkulturelle Ausprägung in allen Bereichen, wie z.B. Schrift, Religion, Lebensauffassung, mit starken Tendenzen zur Beharrung in der Form und zugleich zur inhaltlichen, somit evolutionären Entwicklung. Die geistigen Errungen- und Hinterlassenschaften der Hochkulturen bilden die Wurzeln unserer Zivilisation. In Mesopotamien wurde der Städtebau entwickelt, ein Schriftsystem und das Rollsiegel erfunden. Am Beispiel Ägyptens sollen nachfolgend einige der Kulturgüter näher erläutert werden, die man - ausgehend von der Entstehung der Schriftlichkeit- erdachte und entwickelte. Bereits unter den Königen der 1. und 2. Dynastie entstand ein differenziertes Staatswesen. Dem Pharao gehörte das Land, welches der Adel für ihn verwaltete. Zwar sind die näheren Umstände dieser Verwaltung unbekannt, jedoch weiß man, dass es schon zu jener Zeit Beamte gab, die in den Schatzhäusern alle zwei Jahre "Zählungen" des königlichen Besitzes vornahmen. Sie dienten zumindest teilweise auch als Grundlage für die Zeitrechnung. Ab dem Beginn des AR um 2665 v. Chr. entwickelte sich ein zentralistischer, straff organisierter Beamtenstaat mit einem Wesir an der Spitze. Fünf Büros, darunter das königliche Sekretariat, verwalteten die Akten und fertigten die Dekrete aus. Ober- und Unterägypten waren in insgesamt 42 Gaue eingeteilt, jeder von diesen mit einem dem König unterstellten Verwaltungs- und Rechtssystem. Ein von der Krone ernannter Beamter, der als "Erster unter dem König" bezeichnet wurde, stand an der Spitze jedes Gaues. Innerhalb der Verwaltung finden sich alle Aspekte eines geordneten Staatenwesens: eine Schatzkammer, Gerichtshof, Landamt, Magazine, ein Amt zur Erhaltung der Dämme und Kanäle. Bereits im AR, schwerpunktmäßig jedoch erst ab dem MR, kommen militärische Abteilungen hinzu. Eine eigene Schichtung erfährt das Militär erst ab dem NR. Die Miliz steht in jenen Tagen unter der Leitung des Schatzmeisters. Die Schatzkammer ist das Herzstück jeder Verwaltung. Durch sie wurden seit frühester Zeit dem König die Abgaben zugeführt, die von seinen Gaufürsten eingenommen worden waren. Alle aufgeführten Ämter und Arbeiten wurden von einem Heer von Schreibern und Verwaltungsangestellten geführt und überwacht. Sie saßen über einer stets wachsenden Masse von Archiven und Ortschroniken. Die jährlichen Nilüberschwemmungen machten geometrische Vermessungen notwendig, da immer eine Neuabgrenzung der Güter vorgenommen werden musste. Die Wasserzuteilungen wurden von den Gaufürsten, ihren Verwaltern und Schreibern festgelegt, die Steuern für die Feldbesitzer bemessen. Die Schrift machte es möglich, dass über große räumliche Entfernungen hinweg entsprechende Weisungen erteilt werden konnten. Die Erfindung des Kalenders erleichterte den Menschen zusätzlich die Planung und Organisation aller Arbeiten im jahreszeitlichen Ablauf. Die Ägypter kannten das Kalenderjahr von 365 Tagen angeblich bereits um 4200 v. Chr. in der Gegend um Memphis. Die offizielle Einführung des Kalenders erfolgt um das Jahr 2772 v. Chr. während der Regierungszeit König Djosers. An der Nilüberschwemmung beobachtet und später korrigiert am erstmaligen Aufgang des Sirius (19. Juli), teilte man das Jahr in drei Jahreszeiten zu je 4 Monaten mit 30 Tagen. Am Ende der 12 Monate fügte man eine heilige Periode von 5 Festtagen (Epagomenen) hinzu. Da aber dieses Kalenderjahr rund ein viertel Tag kürzer war als das Sonnenjahr, gewann es alle 4 Jahre einen ganzen Tag. Schon der griechische Geschichtsreisende Herodot weiß um 450 v. Chr. die ägyptische Einteilung des Jahres zu würdigen: "Man hat mir einstimmig berichtet, dass die Ägypter unter allen Menschen zuerst das Jahr erfanden,.. die Sterne hätten sie auf diese Einteilung gebracht. .. (Sie haben) Monate zu dreißig Tagen,., tun jährlich noch fünf., hinzu, und so kommen die Jahreszeiten ordentlich im Kreise herum.". Erst die Reformen unter Julius Cäsar und später durch Papst Gregor XII. (1582) bewirkten die noch heute gültige exakte Form der auf die Ägypter zurückgehende Erfindung. Darstellungen des Kalenders finden sich oft an den Decken der Sargräume oder auf Sarginnendeckeln. Sie sollten den Toten ermöglichen, die richtigen Stunden zur Verrichtung ihrer Gebete zu finden. Die altägyptische Symbolpflanze (Wahrzeichen Unterägyptens) Papyrus wurde zur Herstellung des Schreibstoffes verwendet, von dem sich dem Namen nach unser "Papier" herleitet. Als Material zum Bootsbau oder Flechten bekannt, verstand man schon in der 1. Dynastie auch Papyrus herzustellen. Das Mark der grünen Stengel wurde in Streifen geschnitten, anschließend gewässert, um dann Streifen für Streifen parallel nebeneinandergelegt zu werden. Eine zweite quere Schicht kam dazu; das so entstandene "Blatt" wurde mit einem Holzschlegel geklopft, danach gepresst und poliert. Durch das Aneinanderkleben der Blätter entstanden mehrere Meter lange Papyrusrollen. Guter Papyrus war teuer und sehr begehrt. Den Schreibern war es ein bequemes und hochwertiges Arbeitsmaterial, das man der Sitte nach mit Tinte beschrieb. Frischer Papyrus ist nahezu weiß, haltbar und sehr elastisch, erst im Alter nimmt er die typisch bräunliche Färbung an. Seit wenigen Jahrzehnten wird die Kunst der Papyrusherstellung in Ägypten wieder ausgeübt und die zwischenzeitlich verschwundene Staude in bestimmten Regionen des Landes erneut angebaut. Auf Papyri sind uns wissenschaftliche Quellen erhalten geblieben, die ein recht genaues Bild vom Kenntnisstand in der Mathematik, der Astronomie und der Medizin vermitteln. Zwar konnten die Ägypter in den beiden erstgenannten Wissenschaften nie das Niveau der Mesopotamier und Babylonier erreichen, jedoch ist dies nicht auf ein eventuelles Unvermögen zurückzuführen, sondern vielmehr auf die ausschließlich nach der Zweckmäßigkeit ausgerichtete Einstellung der Menschen. Die wissenschaftliche Leistung dieser Hochkultur besteht - nicht ohne Einfluss der Landschaft -,.. im Scheiden von Ordnungswerten und -größen... Die aus der Erfahrung gewonnene Regel wird dabei zum Paradigma weiterer Übung. Dass die Ägypter an der Causa nicht interessiert sind, erklärt sich daraus, dass es für sie nur eine Ursache gibt: Das ist Gott. Indessen findet man in dem berühmten mathematischen Papyrus Rhind einen beachtenswerten Beweis dafür, dass man auch im Niltal nach theoretischer Wissenschaft gestrebt hat. Am Ende einiger seiner Darlegungen schreibt der Verfasser des Papyrus Worte, welche übersetzt: "So ist es", "So verhält es sich". bedeuten könnten. Der Verfasser des Artikels über den Papyrus Rhind stellt im weiteren Verlauf die These auf, dass diese Endung "Gewissenhaftigkeit und unabhängige Urteilskraft" erfordere . Ebenso wie in der Mathematik verhält es sich in der Astronomie. Die Ägypter besaßen bereits im AR praktische Kenntnisse. So kannte man die bedeutenderen Fixsterne und einige Planeten - "die Sterne, die die Ruhe nicht kennen", aber man entwickelte keine Theorien über den Grund von Verläufen und Bewegungen der Gestirne. Das Wissen des Volkes wurde in den sogenannten "Lebenshäusern" von Generation zu Generation weitergegeben. Religiöse und wissenschaftliche Werke fasste man in Büchern ab und erneuerte sie im Laufe der Zeit immer wieder. Schrift,
Literatur und Reliefkunst der Pharaonenzeit Hieroglyphen waren bis in die ersten Jahrhunderte der nachchristlichen
Zeitrechnung in Gebrauch.Die letzte gesicherte Inschrift stammt aus dem
Jahr 394 n. Chr., der Regierungszeit des Kaisers Theodosius . Über
die sogenannte Sinaischrift und die Phönizier hat sich eine Auswahl
der Hieroglyphen in unserem Alphabet niedergeschlagen. Die Sinaiinschriften
stellen den Übergang von ägyptischen Hieroglyphen zu einer Art
kanaanitischer Sprache dar. Diese lautliche Einkonsonantenschrift wurde
vermutlich von semitischen Schreibern, die die altägyptische Schrift
beherrschten, entwickelt, und später von den Kanaanitern im Norden
übernommen. Sie gelangte durch die Hebräer, Phönizier und
die Griechen mit vielen Veränderungen als Buchstaben-Alphabet zu
uns. Das NR nimmt
die Märchenliteratur wieder auf und entwickelt Geschichten, deren
Motive in späteren Zeiten erneut auftauchen. So entsteht z.B. der Vorläufer der Kain- und Abel-Erzählung des Alten Testamentes in Form des Brudermärchens . Weltliche Gedichte finden ihren Niederschlag
in Form von Liebes-, Trink,- und Harfnerliedern. Den größten
Raum nimmt jedoch die religiöse Literatur ein. Hier sei besonders
an die Hymnen und Gebete an die Götter erinnert. Die berühmteste
Hymne ist wohl nach wie vor "Echnatons großer Sonnengesang",
der vollständig erhalten blieb. Die Totenliteratur, ein anderer Aspekt
der Gattung, ist aus frühester Zeit in Form der Pyramidentexte überliefert.
Im NR schmückt man die Wände der Königsgräber mit
den beiden Totenbüchern Amduat- und Pfortenbuch, die, jeweils in
eigener Systematisierung, den Lauf der Sonne während der 12 Nachtstunden
durch die Unterwelt darstellen. Die Texte befassen sich sehr tiefgründig
mit der allnächtlichen, geheimnisvollen Krafterneuerung der Sonne
und ihrem sich immer wiederholenden Sieg über die Mächte der
Finsternis.
Den Toten werden des weiteren unentbehrliche Totensprüche mit ins
Grab gegeben, die auf langen Papyrusrollen stehen. Dazu zählt das
sogenannte "negative Sündenbekenntnis", welches versichert,
dass der Verstorbene nicht die Werte und Normen der Gesellschaft verletzt
oder gebrochen hat. In gewisser Weise kann in ihm ein Vorläufer
unserer zehn Gebote gesehen werden. In den thebanischen Königsgräbern
wird die Szene des Totengerichts, in der der Grabherr das Sündenbekenntnis
spricht, bildlich dargestellt. Neben Osiris, dem Gott der Unterwelt und
oberstem Richter, spielt dabei der ibisköpfige Gott Thoth eine tragende
Rolle. Er ist der Gott der Weisheit, der Gesetze und heiligen Bücher.
Als "Erfinder der Hieroglyphen" fungiert er als Sekretär
der Götter und als Schreiber beim Totengericht.
Als Zeichen seines Amtes hält er Tintenpalette und Schreibfeder in
seinen Händen. Auf vielen Tempelreliefs wird ihm die Göttin
der Schreibkunst, Seschat, zur Seite gestellt. Ihr obliegt es, die Regierungsjahre
des Königs in die ewigen Annalen einzutragen. Beide Gottheiten versinnbildlichen
den hohen Stellenwert, den das Schreiben im Alten Ägypten einnahm.
Zum Ende der altägyptischen Geschichte, während der demotischen
Zeit, erleben Sagen und Tierfabeln einen einzigartigen Höhepunkt.
Man kann sagen, dass die Literatur Ägyptens als eine Wurzel unserer
eigenen erfahren werden kann. Die Entzifferung
der Hieroglyphen
Der Stein von Rosette war von oben bis unten beschriftet und gliederte sich in drei Abschnitte:
oben stand ein hieroglyphischer Text, in der Mitte ein demotischer und
am Ende ein in griechischer Schrift abgefasster Teil. Die Altphilologen
der Expedition übersetzten den dritten Abschnitt aus dem hervorging,
dass es sich bei dem Fund um ein Dekret Ptolemäus V. (196. v. Chr.)
handelte. Des weiteren wurde deutlich, dass dieser Abschnitt der Übersetzung
der beiden oberen Texte diente. Nach der Kapitulation Napoleons bemächtigten
sich die englischen Sieger des Steines und brachten ihn mit anderer Beute
nach London; jedoch hatten französische Experten, die sich der Bedeutung
der Entdeckung bewusst waren, zuvor Abschriften verfasst. Eine dieser
Kopien gelangte nach der Rückkehr der Franzosen in ihre Heimat in
die Hände eines zwölfjährigen Jungen. Ihn interessierten
die geheimnisvollen Schriftzeichen und er nahm sich vor, sie eines Tages
zu entziffern:Jean-Francois Champollion wurde zum Begründer
der modernen Ägyptologie. Bis zu seinem Tod im Jahre 1832 verfasste Champollion auch ein Wörterbuch und eine Grammatik der ägyptischen Schrift. Wenn er auch nicht alle Geheimnisse der Hieroglyphen entschlüsseln konnte, so hat der Franzose dennoch als erster herausgefunden, dass es sich bei der Zusammensetzung der Schrift sowohl um ideographische als auch um rein phonetische Zeichen handelte. |
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